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Hallo, Dirk!
Wie versprochen, hier nun das Ergebnis der 2. Gerichtsverhandlung vom letzten Freitag:
Die Gegenpartei beharrte auf Ihrem Standpunkt, daß der Vater meines Sohnes auch für seine derzeitige Frau Unterhalt zahlen müsse, obwohl diese einen Lebensmittelladen betreibt, welcher aber im Schnitt lt. BWA nur einen monatlichen Gewinn von ca. 300€ abwirft.
Einkommenssteuererklärungen der letzten Jahre liegen nicht vor, lt. Steuerberater ist mit keiner Rückzahlung zu rechnen.
In den vergangenen Jahren hatte der Kindesvater (vielmehr seine neue Frau) versucht, über das Jugendamt den Unterhalt für meinen Sohn herabzusetzen.
Die Mitarbeiterin ließ mir derartige Schriftstücke zukommen und bat um eine schriftliche Stellungnahme meinerseits, worauf ich mich dahingehend äußerte, daß ich zwar vorübergehend (ca. 3 Monate) mit einer weiteren Kürzung einverstanden bin, aber ansonsten auf die regelmäßige Zahlung des ohnehin schon verminderten Unterhaltes angewiesen bin (wohlgemerkt, er zahlte ja bisher nur 215 € statt den uns zustehenden
269 €).
So und dieses Entgegenkommen wurde mir leider nun zum Verhängnis.
Laut Anwältin hätte ich die ganzen letzten Jahre schon die Differenz zu den 269 € einklagen können, hätte nun auch sein Konto pfänden können, habe es aus Anstand nicht gemacht,
und mir wird nun ganz lapidar gesagt „Wir haben hier das Beweisstück, daß Sie sich mit der verminderten Unterhaltszahlung einverstanden erklärt haben und damit würden Sie auch beim OLG nicht durchkommen“.
Ich war wie vor den Kopf geschlagen, habe ich doch der Aussage des Jugendamtes voll vertraut in der Annahme, diese wäre kompetent.
Nun wurden auch noch die Fahrtkosten zur Arbeit mit in Ansatz gebracht (eine Strecke ca. 45 km), wobei ich absolut behaupten möchte, daß er nur die halbe Strecke bis zum Sitz der Bau-Firma mit dem Privat-PKW fährt und dann den Transporter benutzt, schon allein um die Geräte und Arbeitsmittel zu befördern, nur beweisen kann ich es nicht.
Und ich behaupte auch, daß dieser Lebensmittelladen auch sämtliche Privat-Lebensmittel für die Familie mit abdeckt, welche nicht über die „Bücher“ laufen, Privatentnahmen soll es angeblich auch nie gegeben haben.
Das Gewerbe abmelden für diesen Laden, um dann evtl. Hartz IV zu empfangen und familienversichert zu sein ist angeblich nicht möglich, da sie noch Kredite abzuleisten hat und da das Kind erst 3 Jahre alt ist, ist sie auch nicht verpflichtet, arbeiten zu gehen (komisch, als unser Junge 2 Jahre alt war, bin ich auch vollzeit arbeiten gegangen, weil wir sonst finanziell nicht zurecht gekommen wären).
So, und das Haus in welchem mein Ex-Mann mit seiner Familie und seinen Schwiegereltern wohnt, gehört seiner Frau, für welches aber er den Kredit voll abdeckt.
Also, kurz und gut, durch meine eigene dumme Gutmütigkeit habe ich weder Anspruch auf eine Nachzahlung der Differenz zum Mindesunterhalt der ganzen Jahre und der Unterhalt wurde nun herabgestuft auf 200 €.
Meine Anwältin wäre gern mit mir zum OLG gegangen und hat mir dort gute Chancen ausgerechnet, um zumindest den Mindestunterhalt zu bekommen, aber in welchem Verhältnis hätte das gestanden? Nochmalige Kosten von mehr als dem Doppelten was ich ohnehin jetzt berappen muß? Da sehe ich keinen Sinn und nächstes Jahr, wenn mein Sohn eine Lehre anfängt stehe ich vor dem selben Problem, dann zahlen die auch bloß wieder nicht und ich habe die Anwaltskosten.
Und weißt Du, das schlimme bei der ganzen Verhandlung war, daß mein Ex-Mann kein Wort sagte, wenn er gefragt wurde, dann antwortete sofort seine Frau, in einer dermaßen schnippischen, primitiven Art, daß ihr dann von der Richterin das Wort verboten wurde, mit der Begründung, daß sie ja ohnehin nicht vorgeladen wäre.
Ich wandte mich meinem Ex-Mann zu und sagte ihm, daß ich doch weiß, daß das ganze hier nicht von ihm ausginge, dafür waren wir lange genug verheiratet und dafür kenne ich ihn viel zu genau und wollte wissen, warum er seit der Scheidung den Kontakt zu unserem Jungen abgebrochen hat, ob er wirklich kein Interesse daran hat, zu wissen, wie es ihm geht, welche Leistungen er in der Schule hat oder berufliche Vorstellungen. Aber er sah mich nur an, blies die Backen und guckte wieder weg und seine Frau kochte vor Wut.
Meine Anwältin meinte dann nur, daß ich gewonnen hätte, zumindest menschlich und daß ich im Gegensatz zu der neuen Frau Klasse hätte, welches diese weiß und daher auch so extrem eifersüchtig ist.
Das ganze war vorgestern und ich habe es bisher noch nicht geschafft, alles in mir sacken zu lassen, Abstand zu gewinnen, merke, daß ich in eine Krise falle, bin von Zweifeln erfüllt, ob ich den Schritt zum OLG nicht doch hätte wagen sollen.
Ich werde die nächste Woche das Ergebnis dem Jugendamt mitteilen und dann dort auch meinem Herzen Luft machen.
Schreib mir doch bitte Deine Meinung dazu.
Viele Grüße
Milka.
_________________ Vertrauen ist gut, reicht aber oft nicht aus.
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