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 Bitte helft mir, so geht es nicht weiter!!! von Laurea
Vor 5 Jahren habe ich mich von meinem damaligen Mann, dem Vater meines Sohnes getrennt. Bis letztes Jahr zum Schuljahresbeginn lebte er bei mir und hatte dann den Wunsch vorübergehend bei seinem Vater zu leben, der zwischenzeitlich wieder verheiratet ist und dessen Ehefrau auch eine fast gleichaltriges Kind hat.

Ich möchte hier nichts beschönigen oder verwischen. Die Ehejahre waren hart, da wir schon anfangs ein Geschäft aufbauten und ich bis zur Trennung im ständigen Einsatz als Geschäftsfrau stand, die immer zerrissen war, zwischen Kind, Geschäft und zusätzlich noch die Verantwortung für einen Mann übernommen hat, der sicherlich weit unter einem durchschnittlichen Leistungsniveau lag, sich ständig für "krank" hielt (psychisch bedingt) und auch nicht in der Lage war, seine Familie zu ernähren.

Nach all den Jahren der Strapazen und Verantwortung, die ich gefühlt übernommen hatte, konnte ich diese Ehe nicht mehr aufrecht erhalten.
ICH bat um diese Trennung.

Wir nahmen beide unsere Geschäftsanteile mit, ich bekam den geringsten Unterhalt für unseren Sohn und hatte ansonsten dafür zu sorgen, daß ich das Leben mit Kind und Geschäft arrangierte.

Sein Geschäft war nach 4 Monaten hinfällig und seitdem ist er meißt arbeitslos, ich arbeite bis heute rechte erfolgreich in der Branche.

Ich, leider selber Scheidungskind hatte nach der Trennung von meinem geschiedenen Mann leider 2 Beziehungen, die nicht funktionierten. Dennoch, ich versuchte unserer Tochter so viel Struktur zu geben, wie ich konnte.

Letztes Jahr schwankte ich noch zwischen 2 Beziehungen, in denen unserer Sohn den einen Partner überhaupt nicht ausstehen konnte, weswegen ich dann sicherlich auch eine Entscheidung traf.
Zu spät vielleicht! Wie bereits erwähnt, zog er zu seiner "neuen" Familie und ich zu meinem "Mann", mit dem ich sehr glücklich bin und mit dem ich mich sehr gut verstehe.
Da er mich und mein Kind wirklich sehr liebt, tat er auch alles Erdenkliche,um den Kontakt zwischen ihm, seinem Vater und seiner neuen Frau zu festigen und zu verbessern, was ihm auch mit viel Diplomatie und Nervenstärke gelang. Die Basen unserer Familien sind sehr unterschiedlich.
Wir beiden sind beruflich sehr aktiv, sportlich, belesen, spontan und liberal.
Die Familie, in der mein Sohn lebt ist behäbig, unsportlich, antriebslos, aber gut strukturiert, was bei der Arbeitslosigkeit des Vaters und einem Mini-Job seiner Frau, auch nicht so problematisch sein sollte.

Um unserem Sohn im Frühjahr diesen Jahres den Druck der Entscheidung, wo er leben möchte, zu nehmen, trafen wir eine gemeinsame Entscheidung.
Ab Sommer sollte der Kleine bei uns leben und hier zur Schule gehen. Wir fingen also an, alles zu organisieren - Schule, Betreuung, Kinderzimmer, Freunde. "Wir rüsteten auf und waren voller Freude!"

Im Frühjahr unterschrieb der Vater auch die Schulanmeldung, jedoch mit dem Hinweis, daß er denke es sei die falsche Schule, obwohl wir ihn mehrfach darum gebeten haben, sich mit uns über eine Schule zu verständigen.
Während dieser Zeit wurde auch der Telefonkontakt immer mehr unterdrückt und das Kind machte einen sehr verunsicherten Eindruck.
Ca. 4 Wochen später kam dann der große Knall. Der Vater trat an mich heran, um mir mitzuteilen, daß er einen Termin beim Jugendamt gemacht habe, um den Aufenthalt zu bestimmen, da unser Sohn gar nicht zu uns wolle. Während des Jugendamttermines, bei dem wir uns jetzt natürlich sehr feindlich gegenüber saßen, stellte sich heraus, daß er die damaligen Entscheidung nur getroffen habe, um unserem Sohn "Ruhe" zu geben.
Der Termin verlief erwartungsgemäß ohne Ergebnis.
Kurz darauf formulierte ich meine Bitte für das zuständige Gericht, daß ich um Klärung des Aufenthaltes bitte, da ich unseren Sohn unter immensem Druck und nicht gut aufgehoben sehe, da ihm dort die Unterstützung für seine weitere Entwicklung nicht gegeben werden kann.
Kurzfristig wurde ein Termin mit Richter und Verfahrenspfleger anberaumt. Im Vorfeld fanden bereits Gespräche mit dem Kind und der Seite Vaters statt.
In dem Termin, wurde versucht das Kind in den Mittelpunkt zu stellen, was ich auch auf jeden Fall befürworte.
Dennoch, der Vertrauensmißbrauch durch die beschriebenen und unzählige unbeschriebenen Geschehnisse ist so groß, daß ich mich nicht mehr in der Lage sehe, mit meinem geschiedenen Mann zu kommunizieren. Mein subjektiver Eindruch ist auch, daß ich wegen meine zeitweiligen "Beziehungsschwierigkeiten" und meinem Status als Scheidungskind, degradiert wurde und werde, und dem Vater der Freibrief für einen weiteren Aufenthalt gegeben wird.
Wohlgemerkt, der Vater verstrickt sich in ständige Lügereien, z.B. was sein Berufliches oder der Umgang mit dem Kind anbetrifft.
Da es sich bei dem Kind vermutlich um ein hochbegabtes Kind handelt, wurde vorgeschlagen, daß Kind auszutesten, was ich jedoch ablehnte, da ich der Ansicht bin, daß zur Zeit wohl eher primär die Sozialkompetenzen gefördert werden sollten. Der Vater setzte sich darüber hinweg und hat schon einen entsprechenden Termin organisiert, von dem ich wieder mal offiziell nichts weiß.
Innerhalb der nächsten 2 Wochen wird nun eine Entscheidung getroffen werden müssen, da der Schulbeginn naht. Der Vater hat schon mal das Kind auf einer Schule seiner Wahl angemeldet ohne mit mir irgendetwas zu besprechen oder mich zu informieren.

Die momentane Tendenz sieht ao aus, daß per einstweiliger Verfügung der Aufenthalt beim Vater verbleiben wird und ich dann die Chance bekommen werde, "mich zu beweisen" , um dann eventuell oder wahrscheinlich eher nicht, irgendwann mal das Kind zu bekommen.
Ist das so, daß man versucht, daß ich mich noch mehr vor dem Vater, dem ich regelmäßig Kindesunterhalt zahle, dem Kind, dem ich ein sehr kostspieliges Hobby finanziere, zusätzlich Bekleidung kaufe, die Fahrten für die Wochenenden komplett alleine mit meinem Partner organisiere und finanziere, beugen soll?

Wenn das meine Chance ist, die ich momentan alleinigst sehe, dann gebe ich alle Rechte zurück und nehme nur noch meine Zahlungsverpflichtung wahr.

Ich fühle mich, als wenn ich mein Kind schon verloren hätte, dank anstehender, richterlicher Beschlüsse und dem Einfluß des Gremiums.

Was habe ich getan?
Ich liebe dieses Kind und habe alles in meiner Macht stehende getan, um meinem Kind eine gute Mama zu sein.
Kann jemand empfinden, wie ich mich fühle?
Was soll ich bloß tun?


 Bitte helft mir, so geht es nicht weiter!!! von Sternchen67
Hallo Laurea,

aus deinem Beitrag lese ich auch, dass sich der Vater sehr kümmert. Er versucht seinem Sohn die nötige Ruhe nach der Trennung zu geben und ihn entsprechend seinen Fähigkeiten zu fördern.

Alle anderen Probleme sind Probleme auf der Paarbeziehung! Lügen usw. kennen wir hier alle und wir sind alle durch den/die Ex verletzt worden, dies hat aber nichts mit der Eltern-Kind-Beziehung zu tun! Dies ist auch was höchstwahrscheinlich das JA sieht und was dein Sohn fühlt! Niemand wird ein Kind weggenommen, weil er nicht arbeitet oder weil er antriebslos ist!

Momentan scheint deine einzige Möglichkeit zu sein, eine vernünftige Umgangsregelung zu bekommen. Alle zwei Wochen + zusätzlich einen Nachmittag die Woche + hälftige Ferien. Du musst dich nicht beweisen, sondern du musst Mutter sein! Dazu gehört auch, nicht "beleidigt" zu sein und nur noch den Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Denk an dein Kind. Es liebt beide Eltern und du würdest mit deinem Rückzug allein das Kind verletzen! Das Kind kann nur bei einem Elter leben und IMMER ist eine Person Besuchsmama/-papa.

Es ist schwierig dies zu akzeptieren, noch schwieriger so auch zu fühlen! Dein Kind braucht aber euch BEIDE, auch Dich! Belaste dein Kind nicht indem du es vor der Entscheidung stellst: entweder ganz zu mir oder gar nicht mehr. So wird dein Sohn nämlich fühlen - eine Bestrafung!

Die Entscheidung deines Sohnes ist auch nicht für immer! Jeder getrennte Partner muss jederzeit damit rechnen, dass die Kinder bei dem anderen leben wollen! Also tu das Beste, damit dein Kind sich irgendwann für dich entscheiden kann! Bleib Mutter und akzeptiere deinen Ex-Mann als den Vater deines Sohnes und bleib mit ihm in Kontakt - rein für Kindesbelange.

Bitte glaube nicht, dass ich deine Verzweiflung nicht verstehen kann. Eltern gehen aber vom ersten Moment die Verpflichtung ein das Kind in den Vordergrund zu stellen.

Liebe Grüße
Sternchen


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