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 wie lange Unterhalt bei chronischer depression? von tizi
Hallo liebe Forumsleser,

mein Mann und ich wollen uns nach fast 19 Jahren trennen. Ich bin seit 15 Jahren in Behandlung wegen Depressionen. Nehme seit 15 Jahren durchgehend Medikamente, war 8 Wochen in Reha, hab verschiedene Therapien hinter mir. Mittlerweile ist die Krankheit leider chronisch. Ich bin nicht belastbar und Dauermüde.
Mache trotzdem seit Jahren einen 400Euro Job. Mein Mann behauptet nun ich müsse mir nach einem Jahr Trennung einen Vollzeitjob suchen. Bin dazu aber Krankheitsbedingt nicht in der Lage. Hat jemand Tipps für mich?

Liebe Grüße


 wie lange Unterhalt bei chronischer depression? von Steve
Hallo tizi,

Ein geschiedener Ehegatte kann von dem anderen Unterhalt verlangen, solange und soweit von ihm wegen Krankheit oder anderer Gebrechen oder Schwäche seiner körperlichen oder geistigen Kräfte eine Erwerbstätigkeit nicht erwartet werden kann.

So lange Du krank bist, wird er zahlen müssen. Wahrscheinlich wird er da weite Wege gehen, um zu beweisen, dass Du gar nicht so krank bist wie Du meinst.


 wie lange Unterhalt bei chronischer depression? von tizi
Danke für die schnelle Antwort,

dann müßte er ja die Behandlung der letzten 15 Jahre in Frage stellen, ist das so einfach?


 wie lange Unterhalt bei chronischer depression? von Steve
Nein, einfach ist das nicht und ich glaube auch kaum, dass man nach so einer langen Behandlungsdauer da große Chancen hat.

Die Frage ist halt, inwieweit Deine Arbeitsfähigkeit und damit die Erwerbsobliegenheit eingeschränkt ist. Kann ja durchaus jemand auf die idee kommen zu sagen, dass Du auch mehr als z.B. 12 Stunden beim 400 Euro Job arbeiten könntest. Dann wird es evtl. Gutachten etc. geben, die beweisen müssen, dass Du das nicht kannst.


 wie lange Unterhalt bei chronischer depression? von hörnchen
Hallo,

Steve hat geschrieben:
um zu beweisen, dass Du gar nicht so krank bist wie Du meinst.


Bist du Arzt?

Bei einer so lange diagnostizierten Erkrankung wäre ich vorsichtig.

Und tizi, dir rate ich auf dich Acht zu geben. Gerade auch im Hinblick auf diverse Depotmedikamente. Es gibt Möglichkeiten Leute bei Depressionen medikamentös einzustellen, allederings sehr langwierig und mit krassen Nebenwirkungen.

So lange es nicht nötig ist "Hämmer" zu nehmen und halbwegs am normalen Leben teilzunehemn würde ich dir raten es beim aktuellen Stand zu lassen.

Hast du einen Fachanwalt für Familienrecht?

Ausserdem wäre zu beweisen dass du sicher einen mehrstündigen Job schaffst und wer trägt das Risiko wenns nicht klappt?

Wir hatten eine Kollegin die ihr Depotmedikamente abgesetzt hat, mit entsprechenden Folgen...

Lass das einen Fachanwalt machen und versuch dein Leben so gut es geht weiterzuleben! Schlimmstenfalls wirds ein Rentenantrag oder ergänzende Sozialleistungen.

Pass auf dich auf.

hörnchen


 wie lange Unterhalt bei chronischer depression? von Steve
Hallo?

Das war keinesfalls anmaßend oder böse gemeint. Das war darauf bezogen, wie er es darstellen wird! Und leider wird eine Depression vielerseits noch nicht als Krankheit anerkannt oder belächelt. Ich habe da eigene leidvolle Erfahrungen in meinem Familienkreis gemacht.

Ich würde Dir aber auch raten, einen Fachanwalt aufzusuchen, damit Du durch die ganze Situation so wenig wie möglich belastet wirst.


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