Erstmal was zu mir ...
Mein Name ist Martina und ich bin 1967 geboren. Ich bin Mutter einer mittlerweile 13 jährigen Tochter und seit August 2007 von meinem Mann getrennt lebend.
Entschuldigung, es wird ein langer Text, aber es macht vll. Sinn auch die Vorgeschichte zu kennen, weil es für meine jetzige Situation eine Rolle spielt.
Wir waren 15 Jahre lang verheiratet und wie in so vielen Ehen gab es auch bei uns reichlich Höhen und Tiefen.
Als wir heirateten habe ich als Sachbearbeiterin in einer großen Druckerei gearbeitet. Dadurch dass er in Belgien stationiert war (Zeitsoldat) machte ich mir große Sorgen wenn er zwischen seinen Schichten zu mir kam (er mußte drei Tage arbeiten und hatte dann drei Tage frei).Aus diesem Grund gab ich meinen Beruf auf und wir zogen nach Belgien. Er ist immer schon sehr launisch gewesen und da ich dort niemanden großartig zum reden hatte, war es eine schwere Zeit für mich. Unsere Tochter kam zur Welt und ich dachte - es wird alles gut. Ich habe jedem, der mich gefragt hat, ob ich zufrieden und glücklich bin in meiner Ehe immer geantwortet, dass ich immer alles wieder genauso machen würde und sich seine Launen schon mit der Zeit legen würden.
Zurück in Deutschland machte er eine Umschulung und bekam zunächst keinen Arbeitsplatz, trotz eines guten Abschlusses an einer Technikerschule. Nach etwa einem halben Jahr der erste Job, in dem er knapp 2 Jahre beschäftigt war. Er bekam eine Abfindung und ruhte sich darauf aus, dass nach einem halben Jahr Arbeitslosigkeit eine weitere Abfindung folgen sollte.
Während seiner Arbeitslosigkeit hat er sich nicht besonders um neue Arbeit bemüht und auch ansonsten nicht viel im Haus zur Ordnung beigetragen.
Ich war zu dem Zeitpunkt selbstständig und habe meine Tochter morgens zum Kindergarten gebracht und mittags abgeholt, obwohl es ihm durchaus auch möglich gewesen wäre. Stattdessen saß er oft noch mittags am PC in Schlafanzug- oder Unterhose und T-Shirt.
Mein Drängen bzgl. Bewerbungen wurde von ihm mit einer Handbewegung und verächtlichem Schnauben weggewischt. Nach der zweiten Abfindung, also nach einem halben Jahr Arbeitslosigkeit, bekam er per Zufall durch einen Bekannten einen neun Job, durch den ein weiterer Umzug anstand.
Da er berufstätig war, hatte er nie Zeit sich um profane Dinge wie Wohnungsrenovierungen zu kümmern und so blieben die Renovierung an mir hängen (unterstützt von meinem Vater). Das hierbei natürlich seinerseits immer Dinge zu kritisieren waren erwähne ich mal nur nebenbei.
Schlußendlich ist unser letzter Umzug im Jahr 2004 gewesen und nach vielen vielen Gesprächsversuchen von meiner Seite habe ich im vergangenen Jahr dann einen Schlußstrich gezogen und mich getrennt.
Ich muß dazu sagen, diese Gesprächsversuche gab es nicht erst anch dem letzten Umzug sondern gut jedes Vierteljahr. Jeder in meiner Familie hielt die Luft an, wenn er auftauchte, eben weil jeder wußte, wie launisch er sein konnte. Unser Freundeskreis war in Wahrheit meiner und er war sehr unbeliebt.
Als ich ihm eröffnete, dass ich die Scheidung will, brach er unter Tränen zusammen und ich dachte, dass er das niemals verkraften würde; war sogar fast geneigt einen Rückzieher zu machen. Er lief bei meinen Eltern auf und hat dort mindestens zwei Mal einen Nervenzusammenbruch gehabt. Er telefonierte regelmäßig mit ihnen und hat sein Leid geklagt.
Mein Kontakt zu meinen Eltern war im Vorfeld abgerissen und ich hatte erst wieder neu angefangen diesen aufzubauen. So waren meine Eltern auch sehr geneigt, die Dinge zu glauben, die mein Mann ihnen von mir erzählte. U.a. gehörten dazu Bilder von mir (im Übrigen waren die von MEINEM PC und gingen ihn nichts an) die unterstreichen sollten, wie sehr ich mich verändert hatte. Er unterstellte mir Drogenkonsum und Alkoholmissbrauch etc.
Meine Eltern machten sich ein eigenes Bild von mir und ich konnte sie durch lange Gespräche überzeugen, dass ich nicht so bin, wie er mir unterstellt hatte.
Was unsere gemeinsame Tochter anbelangt, sie blieb nach meinem Auszug in der ehemals gemeinsamen Wohnung, weil mein Umzug genau in den Schulbeginn nach den Ferien fiel und wir gemeinsam entschieden hatten, dass sie aus geordneten Verhältnissen heraus (meine Wohnung war im Umzugschaos) das Schuljahr beginnen sollte und ich sie dann zu mir hole, wenn ihr Zimmer fertig eingerichtet ist. Er hat ihr eingeredet *Mama hat UNS verlassen!*, was so in keinster Weise stimmt.
Zwei Wochen nach meinem Auszug, seinen Nervenzusammenbrüchen und Tränen hatte er eine neue Frau an seiner Seite. Praktischerweise ist sie die Mutter der besten Freundin unserer Tochter. Unsere Tochter lernte mit der Situation zu leben und er hielt sie über alles auf dem Laufenden in dem er ihr sämtliche Anwoltspost etc. vorlas. Damit hatte auch meine Tochter von mir ein völlig falsches Bild, denn er belies es nicht bei den Briefen, die er ihr vorlas, sondern stellte sich weiterhin als hilflos und völlig verzeifelt dar ... eben der arme verlassene Ehemann (mit neuer Freundin!).
Unsere Tochter besuchte mich Anfangs nur sehr selten und nach Rücksprache mit meiner Anwältin und unter der Gesichtpunkten, wie es eigentlich hatte laufen sollen bezog ich das JA mit ein. Auch dort war er schon im Vorfeld und hatte Bericht erstattet, dass ich die beiden verlassen hätte. Ich stellte das in einem gemeinsamen Gespräch klar und äußerte meinen Wunsch meine Tochter bei mir zu haben. Mein Mann schlug seinerseits bei einem zweiten Gespräch vor, dass sie mich alle 14 Tage von Mi.-So. und in der Woche dazwischen von Mi.-Fr. besuchen dürfe. Einen Tag nach diesem Gespräch hat er behauptet, dass er sowas in der Art nie vorgeschlagen habe. Die Damen vom JA hatten aber dem Gespräch beigewohnt und ihm daraufhin ein entsprechendes Schreiben zukommen lassen.
Durch die neue Regelung - ich habe meine Tochter dazu befragt, ob sie lieber bei mir oder bei Papa wohnen möchte und ihre Antwort war, dass sie eine hälftige Regelung ausprobieren möchte - also 2 Wochen bei mir 2 bei ihm - hatte ich erhöhte Kosten und ich bat ihn mir evtl. anteilig Kindesunterhalt oder wenigstens die Hälfte vom KG zusätzlich zu meinem Unterhalt zu zahlen. Nachdem von seiner Seite aus nichts passierte diesbezüglich verfaßte meine Anwältin ein entsprechendes Schreiben.
Daraufhin hat er mir zum Ende des Jahres durch seinen Anwalt mitteilen lassen, dass ab Januar 2008 unsere Tochter nur noch alle 14 Tage am WE bei mir sein darf und er auch keinen Unterhalt zu zahlen gedenkt.
Zum Jahresanfang mußte er die Steuerklasse wechseln von 3 auf 1 + Kind. Wg. der Neuberechnung meines Unterhalts sollte er einen Gehaltsnachweis für das Jahr 2007 erbringen. Dem kommt er nicht nach, weil er dazu nur alle 2 Jahre verpflichtet ist. Desweiteren verlangt er von mir 20-30 Bewerbungen im Monat und unterstellt mir derweil ein fiktives Einkommen von netto 1000 €. Seine Unterhaltszahlungen an mich haben sich also wie folgt dargestellt. August/September 2007 je 600€; Oktober-Dezember 2007 je 800 €; Januar 2008 300 € und im Februar noch ganze 181 €.
Ich bin also jetzt gezwungen mich arbeitslos zu melden, damit ich meine finanzielle Situation absichere. Für meine berufliche Situation verspreche ich mir vom Amt nicht viel. Ich habe verschiedene Arbeitsstellen noch offen, auf die ich mir beworben habe, darunter sind Sachbearbeiterjobs, aber auch 400 € Jobs. Aber das geht halt nicht von heute auf morgen.
Meine Anwältin sagt, dass ich während des Trennungsjahres gar nicht verpflichtet bin einen Job vorzuweisen, bzw. ich nicht diese Menge oder überhaupt Bewerbungen nachweisen muss.
Ich war echt fair und habe versucht nicht mit Dreck zu schmeissen, weil ich eben immer noch dachte, dass es auf einem gewissen Niveau ablaufen könnte, aber mit der Vorgeschichte hätte ich es wohl besser wissen müssen.
Mit meiner Tochter habe ich nur kurz Dinge angesprochen und auch nur anfänglich ... mittlerweile lasse ich sie da ganz raus, weil ich denke, dass sie mit der Situation am wenigsten zu tun hat und eh schon genug belastet ist.
Ich stelle mir folgende Fragen ...
a) Kannte er die Frau schon vorher, oder wie kann man so schnell umschalten?
b) Warum wird überhaupt nicht berücksichtigt, was wir bzgl. des Kindes abgesprochen hatten?
c) Ist meine Anwältin fähig genug sich gegen seinen

anwalt zu behaupten, oder sollte ich besser wechseln?
d) Ist es echt so, dass ich diesen Kampf quasi verloren habe und er wieder gewinnt?
e) Lasse ich mir ein psychologisches Gutachten über meinen seelischen Gesundheitszustand erstellen? ... mal abgesehen von meiner chronischen Darmerkrankung, die bei starker seelischer Belastung gerne wieder ausbricht und meinen Migräneattacken (ist alles nicht so schlimm, könnte es aber sein, wenn es drauf ankommt ... also wenn ich böse wäre

)
Für Tipps, Links oder ein wenig Zuspruch wäre ich euch sehr dankbar.
PS.: die unschönen Details aus unserer Ehe habe ich hier mal weggelassen, weil es den Rahmen sprengen würde; geschlagen hat er mich nicht, aber man kann Gewalt auch anders einsetzen.