Mann mann mann... die beiträge hier liegen ja alle schon sooo weit zurück...
liebe Anni, ich hoffe, dir geht es heute gut.
2006 war auch für mich ein schlimmes jahr, mitte des jahres hatte ich endlich eine kleine, bezahlbare wohnung gefunden, ganz in der nähe und konnte aufatmen. erst mal weg vom psychoterror und auch handgreiflichkeiten. während der vom ex erklärten festgelegten trennungszeit gab es die nicht mehr, wohl weil er damit rechnen konnte, dass ich ihn dann anzeige.
dennoch musste ich über monate täglich in der angst leben, was er sich als nächstes ausdenkt und ob er nicht doch die beherrschung verliert und zuschlägt.
im beisein meiner jüngsten, damals 16, sagte er sogar, dass er mich erschlagen würde, wenn er nur könnte.
anfangs verliefs noch halbwegs "ruhig", sofern ich seinen forderungen nachgab. als ich dann einsah, an der ehe ist absolut nichts mehr zu retten, ließ ich diesen menschen einfach links liegen, ging ihm aus dem weg, so gut das in einer gemeinsamen wohnung möglich war und fing an, mich um meine eigene zukunft zu kümmern.
anwaltstermine, wohnungssuche, beratungsstellen suchen etc. ich hatte ja zum thema scheidung keinen blassen schimmer und sehr bald kein internet mehr, weil er meinen pc per biospasswort gesperrt hatte, ebenso den der kinder. die telefon- und internetrechnungen durfte ich allerdings bezahlen, dazu kassierte er zusätzlich noch die hälfte der internetgebühren vom nachbarn ab, weil ein netzwerk bestand und die über unseren anschluss mit flatrate rund um die uhr surfen konnten.
ich litt, schon vor der trennung, mehr und mehr an depressionen. wie ichs geschafft hab, noch arbeiten zu gehen, weiss ich nicht, der job war mein einziger halt, ich hatte noch ein einkommen, sonst wäre ich ihm völlig ausgeliefert gewesen. wie sich das anfühlt, habe ich erlebt, als die kinder noch sehr klein waren und ich keinen job bekam.
sicher, gerade durch die depris, die ich lange nicht erkannte bzw nicht wahrhaben wollte, litt vieles. ich wollte hilfe und bekam keine, vor professioneller hilfe hatte ich angst. wieso eigentlich ???
an dem tag, als ich mich innerlich von der ehe verabschiedet hatte, ging der terror richtig los. was hat er denn erwartet? dass ich ihn auf knien bitte, die ehe aufrecht zu erhalten?
wenn ich bisschen mehr mut gehabt hätte, wäre ich schon jahre vorher gegangen, MIT den kindern.
die wurden so gegen mich aufgehetzt, dass ich alleine untergeh und unter der brücke lande etc, dass sie es vorzogen, in der "sicherheit" der väterlichen wohnung zu bleiben. ausserdem hatte ich ihnen gesagt, ich kann mir im falle einer scheidung weder die gemeinsame wohnung noch etwas ähnliches in dieser grösse leisten.
meine älteste ist heute froh, an einem anderen ort zu studieren und dort in einer kleinen studentenbude zu wohnen. die kleine hat noch kein einkommen, macht im nächsten jahr erst ihr abi und muss dort noch eine weile aushalten, ist allerdings sehr oft bei der familie ihres freundes.
der ex streicht nach wie vor das kindergeld für unsere studierende tochter ein, was ihm gar nicht zusteht. nur weils kind sich verplappert hat, habe ich davon erfahren und war tagelang nur noch entsetzt.
ich wollte ja nur wissen, wieviel sie bafög bewilligt bekommen hat und hab mal mit uh und kindergeld ausgerechnet, was sie im monat zur verfügung hat. da kam, nein, ist nicht so viel, sie kriegt das kindergeld nicht...
drüber reden will sie nicht, ihr kommentar war "ich leg mich nicht mit dem an". und ich kann nichts dagegen tun.
mir kommt der kaffee hoch, ich sollte damals umziehen, an meinen arbeitsort, weil da die mieten günstiger sind als hier und ich kein auto mehr brauche (was mir auf den uh angerechnet wurde), und er kassiert noch das kindergeld, das ihm gar nicht mehr zusteht.
einmal frage sie mich sogar, ob sie denn anteilig miete für ihr zimmer zu hause zahlen müsse, wenn sie an ihren studienort zieht und das zimmer zu hause behalten will, weil sie da ja auch noch gelegentlich hin fährt...
ich hab ihr klar gemacht, sollte es so weit kommen, dass bei mir zwar nicht viel (50 qm, 2,5 zimmer, mit kater und lebenspartner) platz ist, meine tür aber immer offen steht und ich sogar ihre wäsche umsonst wasche, falls ihr vater dafür mal geld haben will. kostet ja strom, wasser und waschpulver...
der ex gab als trennungsgrund an, er hätte die große liebe seines lebens gefunden, die ehefrau eines befreundeten ehepaares. beide keine kinder (sie kriegt keine), 8 jahre verh.
wir waren sogar mal zusammen weg, die kinder waren auch mit. ein abend, der ganz ok war, aber schon da lag etwas "bedrohliches" in der luft. ich war zu sehr mit mir und den depris beschäftigt, zu sehr in meiner welt versunken, um das zu merken.
einige monate, nach dem ich die eheliche wohnung verlassen hatte und frei war, traf ich mich mit dem mann von der neuen meines ex. einfach so, wir wollten nur mal reden. keine gefahr, wir kannten uns ja, hätte ne freundschaft werden können oder auch nicht.
nö - es funkte, nach dem 3. gemeinsamen we. und prompt kam: ich hätte ex betrogen und soll nicht vergessen, dass ich initiatiorin des gemeinsamen abends bei der veranstaltung war und mein heimlicher partner schon dabei war.
der kerl scheint bis heut nicht begriffen zu haben, dass es keine schuldfrage mehr gibt und versucht mir permanent nachzuweisen, dass ich ihn mit m. betrogen hätte

versteh den sinn des ganzen nicht, aber wenn er das braucht...
ich war kaum raus aus der wohnung, saß die neue schon drin. und als ich noch drin war, die letzten wochen, durfte ich nicht mal mehr an diverse schränke, weil dort schon sachen von ihr lagen...
kurz bevor ich meinen mietvertrag unterschrieben hab stand ich, mit einem vollen insulinpen in der hand da und dachte, wenn ich mir den nach der arbeit reinjage.........
die angst davor war ein schock, der mich davon abgehalten und wachgerüttelt hat. ich suchte meinen hausarzt auf, schilderte ihm die situation und bekam endlich..............hilfe.
von da an gings bergauf. angst und ausweglosigkeit hatten keine chance mehr, ich wusste es würde weiter gehen, hatte ja einen vollzeit job. wie, wusste ich nicht, nur, dass es schlimmer nicht werden kann sondern besser.
kaum in der neuen wohnung, holte ich meinen kater, dems damals bei den vorbesitzern auch nicht so berauschend ging und wir halfen uns gegenseitig. ich gab ihm ein liebevolles zuhause und er gab mir viel liebe und geschnurre zurück.
ich hatte geschafft, wovor ich viele jahre angst hatte... und es war gar nicht so schlimm, wie ichs mir immer vorgestellt hab (also das gehen und alleine klar kommen).
ich hoffe ihr seid mir nicht böse, dass ich hier so ein endlosposting reingebrummelt hab. es musste einfach mal raus.
ganz liebe grüße
Katze