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Im Oktober 2006 trennte ich mich für einen anderen Mann von meinem damaligen Freund, unser Sohn war zu dem Zeitpunkt 4 Jahre alt. Ich habe nach der Geburt die Zustimmung für die gemeinsame elterliche Sorge gegeben. Da erst noch viele Dinge bezüglich unseres Hauses geregelt werden mussten, zog ich auch nicht aus dem Haus aus. Für meinen Sohn blieb also alles erst einmal beim Alten.
Mein Ex versuchte sich mir wieder anzunähern, was ich aber zu dem Zeitpunkt ablehnte.
Im Februar/März drängte mich mein Exfreund zum Auszug, da es ja sein Haus sei (ich stehe nicht im Grundbuch, habe nur die Darlehensverträge mit unterschrieben) und ich von einem anderen Mann ein Kind erwartete. Ich suchte Rat bei einer Anwältin, die mir viele Möglichkeiten aufzeigte, die ich so aber nicht wahrnehmen wollte. Ich habe dabei immer an meinen Sohn gedacht und wollte keinen Ärger, im Nachhinein der größte Fehler meines Lebens.
Durch den angedrohten Rauswurf aus dem Haus stürzte ich in eine schwere Krise, ich wusste nicht wohin, hatte keine Gelder zurückgelegt um mir eine Wohnung hätte einrichten können. Der Vater des Kindes stand auch nicht zu mir, da er in einer Beziehung war und total überfordert war. Ich suchte Hilfe bei einer kirchlichen Einrichtung, die mich auch sofort finanziell unterstützt hätte. Ich bat meine Mutter übergangsweise bei ihr wohnen zu dürfen, das lehnte sie ab, nicht in meinem Zustand.
Ich überlegte in ein Mutter Kind Heim zu gehen, allerdings mit meinem Sohn, da hätte mir mein Ex einen Strich durch die Rechnung gemacht, aber er wollte mich auch nicht für die Übergangszeit noch in dem Haus wohnen lassen. Ohne meinen Sohn wollte ich nicht sein.
Ich fühlte mich nur in die Enge gedrängt, bekam von meiner Ärztin Antidepressiva verschrieben damit ich diese Krise einigermaßen überstehe.
Das Ungeborene Kind kam nicht zur Welt. Ich suchte mir danach sofort ärztliche Hilfe, ließ mich in eine psychiatrische Klinik einweisen, weil ich das Kind eigentlich bekommen wollte und den Verlust nicht verarbeiten konnte.
Kurz vor meiner Abreise in die Klinik, legte mir mein Ex noch ein selbstverfasstes Schreiben vor, welches ich unterschreiben soll. Er wollte geregelt wissen, dass er mit dem Haus nicht alleine da steht und ich auch weiterhin zahle. Das wollte er so regeln, indem ich auf das Kindergeld und den Familienzuschlag (wir sind beide Beamte) verzichte, alles auf ihn überschreibe und ihm mtl. noch 150,00 € zahle. Da ich zu dem Zeitpunkt gerade mein Baby verloren hatte und die Beerdigung hinter mir hatte und was er auch wusste Tabletten nahm, war mir so ziemlich alles egal und ich unterschrieb.
Einige Monate später ging ich damit auch zum Anwalt, der sagte nur, es grenzt an Sittenwidrigkeit, aber er könne da nichts machen.
In der Klinik dachte ich wieder an meinen Sohn, wollte nicht all zu lange ohne ihn sein und verließ nach 2 Wochen die Klinik. Für ein weiteres Jahr machte ich eine ambulante Therapie bei einer Psychologin.
Seit meinem Auszug praktizieren wir das Wechselmodell, mein Sohn ist mal bei mir und dann wieder bei meinem Ex.
In diesem Jahr kamen immer wieder Annäherungen von meinem Ex, aber ich hatte mit ihm abgeschlossen. Da ich in einem anderen Bundesland neu anfangen wollte, schlug ich meinem Ex Termine bei einem Mediator vor. Er willigte ein, machte aber dort schon sehr schnell seinen Standpunkt klar, dass er mich nicht mit dem Sohn gehen lässt. Noch in der Zeit suchte er einen Anwalt auf und ich bekam im März 2008 ein Schreiben vom Gericht, dass mein Ex das Aufenthaltsbestimmungsrecht beantragt.
Ich war wie vor den Kopf geschlagen, aber er war schon immer sehr gerissen. Ich suchte auch einen Anwalt auf und wir stellten einen Gegenantrag. Ein Verfahrenspfleger wurde eingeschaltet, der sich nach Gesprächen mit uns beiden für keinen von uns beiden entscheiden wollte, da wir beide erziehungsfähig sind. Mein Ex hatte ein Gespräch mit dem Jugendamt, für mich fühlte sich kein Jugendamt zuständig. Mein Sohn war bei meinem Ex gemeldet, weil zu dem Zeitpunkt noch die Zahlung der Eigenheimzulage lief und er hatte Angst, dass er diese dann nicht bekommt. Ich wohnte in einer anderen Stadt und dieses Jugendamt verwies mich immer wieder an das Jugendamt an dem Wohnort meines Sohnes. Mit mir fand kein Gespräch statt und mein Ex war wieder auf der sicheren Seite.
Der Verfahrenspfleger sprach sich dann nachher auch noch für meinen Ex aus, weil mein Sohn ja hier seine Bezugspersonen, wie Freunde und Großeltern hat.
Dazu muss ich sagen, dass mein Ex zu seinem Vater nie einen guten Kontakt hatte, er wollte ihn nie in unserem Haus sehen und dieser hat es auch nicht betreten. Selbst, wenn er seine Mutter mit unserem Sohn besucht hat, verließ er sofort die Wohnung, wenn der Vater nach Hause kam. Und jetzt ist natürlich alles anders, der Kontakt wird gepflegt, nach meiner Meinung alles nur Berechnung.
Über mich wurden viele Lügen von meinem Ex verbreitet, ich sei suizidgefährdet und hätte mein Leben nicht im Griff. Er erzählte natürlich alles über mein Privatleben, dass ich wieder mit dem Mann zusammen sei, der sich immer noch nicht getrennt habe. Dann passte es ihm mit einem Mal nicht mehr, dass ich bei meiner Mutter nebenbei in einer Vereinsgaststätte helfe. Als ich das Geld noch für uns mit nach Hause brachte, war es nicht so schlimm, nun schon.
Noch bevor es zur Anhörung vor Gericht kam, warf ich mein Vorhaben über den Haufen in ein anderes Bundesland zu gehen. Ich suchte mir hier eine Wohnung, was ich auch vor Gericht glaubhaft machen konnte.
Der Richter hätte meinen Sohn meinem Ex zugesprochen, dies konnte ich nur durch mein Bleiben verhindern. Die Frau vom Jugendamt griff mich auch nur an, obwohl sie sich überhaupt kein Urteil bilden konnte, da sie mich ja nur aus den Erzählungen meines Ex kannte. Eine Frechheit in meinen Augen. Mein Ex zog dann seinen Antrag zurück und ich dann natürlich auch. Für mich war es schon ein Schock, dass ein Vater, der den ganzen Tag arbeiten muss, seinen Sohn bekommt, obwohl ich aufgrund eines Unfalls dauernd dienstunfähig bin und aus dem Dienst ausgeschieden bin mich immer um meinen Sohn kümmern kann.
Selbst nach dieser Anhörung kamen immer noch Annäherungen von meinem Ex, obwohl er zu dem Zeitpunkt schon eine andere Frau kennen gelernt hatte. Wenn ich ihm das vorhalte, dann ist es bei Männern natürlich immer etwas ganz anderes. Er befand sich in einer Findungsphase.
Das Wechselmodell wird immer noch so praktiziert, was aber alles sehr schwierig gestaltet. Ich wohne jetzt Luftlinie ca. 1000m von meinem Expartner entfernt, das wurde bei der Anhörung noch sehr begrüßt, so dass man immer nah beieinander wäre, wenn es um die Belange des Sohnes geht. Jetzt ist es eher lästig und wenn ich mal unangemeldet Sachen die mein Sohn braucht, vorbei bringe, dann werde ich noch angepöbelt.
Wenn mein Ex irgendwelche Anliegen hat, versuche ich immer alles Mögliche, dass es machbar ist. Als seine neue Freundin noch nicht bei ihm wohnte und mein Sohn erst zur zweiten Stunde zur Schule musste, brachte er ihn mir morgens vorbei, damit er pünktlich seinen Dienst antreten konnte. Wenn ich etwas von ihm möchte, dann ist es entweder noch zu weit hin oder zu kurzfristig. Er dreht es sich immer so wie er es gerne hätte.
Zu Anfang wurde wert darauf gelegt, dass man jeden Abend den Sohn anrufen kann um ihm Gute Nacht zu sagen. Dieses Verlangen lässt bei meinem Ex immer mehr nach.
Seine neue Freundin wohnt jetzt zeitweise bei ihm, immer nur an den Tagen, wenn mein Ex den Jungen hat. Sonst hält mein Ex sich oft bei ihr auf, weil sie näher zu seinem Arbeitsplatz wohnt. Er bringt ihn morgens nicht mal mehr zur Schule, nur im äußersten Notfall, wenn seine Freundin auch zur Arbeit muss.
Von meiner Mutter weiß ich, dass mein Sohn sie nicht leiden kann und auch lieber von seinem Vater zur Schule gebracht werden möchte. Ich sagte ihm dann nur, dass müsse er seinem Vater sagen. Er hätte schon mit ihm gesprochen, aber sein Vater sagt nur, es geht nicht.
Dadurch, dass unser Sohn immer hin und her geht, hat er überhaupt kein richtiges zuhause und ich mache mir Sorgen, dass es sich irgendwann auch mal in den schulischen Leistungen zeigen wird. Hinter meinen Anziehsachen für meinen Sohn renne ich manchmal wochenlang hinterher und selbst dann fehlt noch die Hälfte, weil mein Ex einfach nicht in der Lage ist, die Sachen gesondert zu sammeln. Das mag sich vielleicht spießig anhören, aber ich sehe nicht ein, dass ich meinen Sohn schön einkleide und dann von meinem Ex irgendwelche anderen Sachen zurück bekomme.
Gespräche sind kaum möglich mit meinem Ex und wenn dann geht er immer sehr unter die Gürtellinie. Er weiß genau wie er mich treffen kann und das nutzt er auch immer schamlos aus.
In meinen Augen kann er sich nicht ohne fremde Hilfe um unseren Sohn kümmern, er ist immer auf andere angewiesen.
Ich kann alleine für meinen Sohn sorgen und muss auch so gut wie nie auf meine Mutter zurückgreifen. Und trotzdem überlege ich manchmal auf meinen Sohn zu verzichten, damit er endlich zur Ruhe kommt. Mein Ex hat eh immer noch Oberwasser, wenn ich ihm meine Sorge versuche mitzuteilen, dass dieses Hin und Her unserem Sohn nicht gut tut, kommt von ihm nur die Aussage, dann müsse er eben ganz bei ihm bleiben.
Meine Angst ist natürlich immer noch, dass er wieder alle auf seine Seite ziehen könnte und ich meinen Sohn wieder verlieren könnte.
Ich möchte nicht immer an dem Wohnort bleiben, mein Freund und ich würden uns gerne an der See etwas aufbauen. Mit meinem Freund versteht sich mein Sohn eigentlich ganz gut, selbst wenn ich mal schimpfe, bin ich ja auch die Böse und da ist es dann nicht anders.
Was kann ich tun? Mein Anwalt meint es wäre noch zu früh einen Antrag zu stellen zumal ich meinen Sohn ja im letzten Jahr schon verloren hätte.
Für Ratschläge wäre ich sehr dankbar, weil ich mir große Sorgen machen. Ich merke wie mein Sohn leidet und es tut mir weh.
LG
Summer
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