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 Peter Thiel von Ulli
Dirk hat geschrieben:
Hallo,



es wird Einiges auf Dich zukommen......man kann aber auch Einiges tun - am wichtigsten: sich vorbereiten! Dazu solltest Du die Seite http://system-familie.de/ komplett! durchlesen - vielleicht auch lieber 2 oder 3 mal.

Danach können wir hier gern die Details besprechen........




Hallo zusammen!



Ich habe mir mal auf der Internetseite von Peter Thiel die 9 Kapitel zum Thema "Gutachten im familiengerichtlichen Verfahren" heruntergeladen. Meine Begeisterung hält sich noch in Grenzen:



1) Allein die 9 Kapitel umfassen mit MS Word ca. 450 Seiten. Nach intensiver Nachbearbeitung konnte ich die auf 350 Seiten kürzen. Schon die formale Aufbereitung seiner Inhalte habe ich daher als sehr unvorteilhaft empfunden.



2) Seine Texte strotzen nur so von Polemik und Sarkasmus.



Allerdings muss man von einem Gutachter erwarten, dass er auch Gespräche führen kann, bei denen ihm zwei Menschen gegenübersitzen. Kann er das nicht, sollte er vielleicht besser Strohkörbe flechten oder im Weihnachtspostamt von Himmelfort Weihnachtsbriefe an Kinder schreiben.



Was soll das? Solche Ausführungen sind vielleicht Balsam auf geschundene Elternseelen, die sich von einem Gutachter nicht angemessen verstanden fühlen, aber zur Vorbereitung auf ein gutachterliches Gespräch scheinen sie mir wenig dienlich. Hinzu kommt ein sehr redundanter Schreibstil und viele Exkurse zu kulturellen und zeitgenössischen Texten, die aber im Grunde keine richtige Funktion haben, dabei oft willkürliche und unpassende Vergleiche ziehen.



Also ich erlebe es als sehr schwierig, aus den Texten von Peter Thiel wirklich wertvolle Körnchen herauspicken zu können.


 Peter Thiel von Moehrenmolch
Ulli hat geschrieben:
Dirk hat geschrieben:
Hallo,

es wird Einiges auf Dich zukommen......man kann aber auch Einiges tun - am wichtigsten: sich vorbereiten!

Dazu solltest Du die Seite http://system-familie.de/ komplett! durchlesen - vielleicht auch lieber 2 oder 3 mal.

Danach können wir hier gern die Details besprechen........


Ich habe mir mal auf der Internetseite von Peter Thiel die 9 Kapitel zum Thema "Gutachten im familiengerichtlichen Verfahren" heruntergeladen. Meine Begeisterung hält sich noch in Grenzen...


Da bin ich nah an Deiner Einschätzung.

Der Mann ist fachlich gut.

Sein Sarkasmus ist aber störend.

Und die Internet-Päsentation ist schlicht miserabel.



Wie gesagt:

da es "solche" und "solche" Gutachter gibt, kannst Du Dich m.E. nicht wirklich vorbereiten.



Außer mental und psychisch.

Es wird auch darum gehen, wie Ihr das bisher aufgeteilt hattet: wer hat sich intensiver/häufiger um die Kinder gekümmert?



Wenn der Richter hier ein (teures!) Gutachten bestellt hat, sieht er hier offenbar keinen klaren Ausgangspunkt...

_________________
"Juristen sind Leute, die die Gerechtigkeit mit dem Recht betrügen." (Harold Pinter)


 Peter Thiel von Dirk
Als ich vor einem solchen Gutachten stand, war mir der Sarkasmus vollkommen Wurscht. Ich habe mir die Seite des Peter Thiel nicht angesehen, um über Peter Thiel zu urteilen - sondern um etwas über Gutachten zu lernen. Und im Bezug auf diese Art Gutachten, kann man das auf seiner Seite besser, als auf jeder anderen Seite im Netz.



Wenn Du mit so wenig Pragmatismus auch an den Rest Deiner Sorgerechtssache herangehst, kann ich Dir jetzt schon sagen, wie diese ausgehen wird.............

_________________
Grüße

Dirk


 Peter Thiel von Ulli
Dirk hat geschrieben:
Ich habe mir die Seite des Peter Thiel nicht angesehen, um über Peter Thiel zu urteilen - sondern um etwas über Gutachten zu lernen.




Hallo Dirk!



Ich möchte mich mit dir nicht streiten über ausreichenden oder mangelnden Pragmatismus. Auch glaube ich, dass die Persönlichkeit von Peter Thiel genau dieselbe Rolle spielen wird wie die Persönlichkeit des jeweiligen Gutachters, die er ja neben der fachlichen Kompetenz scharfen Kriterien unterzieht.



Aber darum geht es mir jetzt nicht.



Wenn jemand wie du auf dieser Internetseite so viel über Gutachten gelernt hat, dem müsste es doch leicht fallen, ein bisschen etwas von seinem Gelernten in Worte fassen zu können.



Auf welche Punkte der Familiendiagnostik sollte man sich denn deiner Meinung nach als Elternteil vorbereiten, wenn ein gutachterliches Gespräch ansteht? Was muss man auf jeden Fall wissen?


 Peter Thiel von Moehrenmolch
Ulli[size=75] hat geschrieben:
Dirk hat geschrieben:
Ich habe mir die Seite des Peter Thiel nicht angesehen, um über Peter Thiel zu urteilen - sondern um etwas über Gutachten zu lernen.
[/size]

Wenn jemand wie du auf dieser Internetseite so viel über Gutachten gelernt hat,

dem müsste es doch leicht fallen, ein bisschen etwas von seinem Gelernten in Worte fassen zu können.



Auf welche Punkte der Familiendiagnostik sollte man sich denn deiner Meinung nach

als Elternteil vorbereiten, wenn ein gutachterliches Gespräch ansteht?



Was muss man auf jeden Fall wissen?






;D ...touchée! :cool:





Also, lieber Dirk:



auf Deine Antwort bin auch ich gespannt! :ja:

_________________
"Juristen sind Leute, die die Gerechtigkeit mit dem Recht betrügen." (Harold Pinter)


 Peter Thiel von Dirk
Mein Hauptinteresse bestand darin, herauszufinden, wie bestimmte Gutachter arbeiten. Man kann sich selbst auch etwas vorbereiten - das/die Kinder aber sowieso nicht. Desweiteren gibt es versch. Gütekriterien für Testungen. Nicht jeder Gutachter setzt jeden Test ein - aber jeder eingesetzte Test verrät mir etwas über den Gutachter.

z.B.

http://de.wikipedia.org/wiki/Familie_in_Tieren

http://www.gwg-gutachten.de/pages/Testverfahren.html



Das nützt Dir aber nur etwas, wenn Du dich so intensiv damit befasst, daß Du jeweils im Voraus in der Lage bist, zu erfassen, was als nächstes kommt ;)



"ein bisschen was in Worte zu fassen" funktioniert also nicht. Das ist im Prinzip das Gleiche, wie einen Neurochirurgen aufzufordern, einem fix in ein paar Worten mal was über Hirn OPs zu erzählen. (und ich bin noch nicht mal Gutachter)



Wenn Du allerdings auf ein Psychologie-selbst-studium auf dem zweiten Bildungsweg keinen Wert legst, bleibt Dir nichts weiter, als Dich freundlich, unverkrampft, weder verbohrt noch schmeichlerisch, aber einsichtig und überlegt zu geben. Schauspielerei nützt wenig bis nichts - das durchschaut selbst ein untalentierter Gutachter. Sehr beliebt bei Gutachtern sind Personen, die "Eigenverhalten reflektieren können" und die prinzipiell beim erzählen von sich ausgehen. Es sind Unmengen kleiner, aber feiner Nuancen, wie: "mein Kind" (falsch) ..... "unser Kind" (viel besser) - aber das läßt sich eben nicht mal schnell mit ein paar Worten abhandeln.

_________________
Grüße

Dirk


 Peter Thiel von Moehrenmolch
Dirk hat geschrieben:
Mein Hauptinteresse bestand darin, herauszufinden, wie bestimmte Gutachter arbeiten.

Man kann sich selbst auch etwas vorbereiten - das/die Kinder aber sowieso nicht.

Desweiteren gibt es versch. Gütekriterien für Testungen.

Nicht jeder Gutachter setzt jeden Test ein - aber jeder eingesetzte Test verrät mir etwas über den Gutachter.

z.B.

http://de.wikipedia.org/wiki/Familie_in_Tieren

http://www.gwg-gutachten.de/pages/Testverfahren.html



Das nützt Dir aber nur etwas, wenn Du dich so intensiv damit befasst, daß Du jeweils im Voraus in der Lage bist,

zu erfassen, was als nächstes kommt
;)




Letzteres ist natürlich bei dem "Tier"-Darstellungs-"Test" (Brem-Gräser-Test) ohnehin nicht möglich.

Der aber wird bei den hier betroffenen Kindern (8 Monate, zwei Jahre, wenn ich's nicht verwechsle)

aufgrund ihres Alters ohnehin nicht angewandt.



Er ist für Kinder ab ca. Vorschulalter "konzipiert", siehe

http://www.gwg-gutachten.de/pages/Testv ... ieren.html



Einmal davon abgesehen, daß dieser Test absoluter Blödsinn ist und man ihn einfach verweigern sollte.



Zitat aus obiger Quelle:

"Dieser Test erfreut sich bei "Gutachtern" besonderer Beliebtheit, da sich mit seiner Hilfe nahezu jedes gewünschte Ergebnis erzeugen lässt. Anhand der Gütekriterien können wir unschwer erkennen, dass die Ergebnisse dieses Test je nach Gutachter rein dem Zufall überlassen sind. Dieser Test ist damit für psychologische Gutachten gänzlich ungeeignet."





http://www.univie.ac.at/Psychologie/dia ... k/pmai.htm



http://www.dgps.de/fachgruppen/diff_psy ... _maitz.htm

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 Peter Thiel von Moehrenmolch
Dirk hat geschrieben:
Sehr beliebt bei Gutachtern sind Personen, die "Eigenverhalten reflektieren können" und die prinzipiell beim erzählen von sich ausgehen.


Menschen, die (nicht nur ihr eigenes Verhalten) reflektieren können (und es auch tun!), sind generell im Vorteil... ;D

Aber ich möchte doch darauf hinweisen, daß die Frage der "Beliebtheit" selbstverständlich in ein Gutachten nicht einzufließen hat.

Ein echter Gutachter (also einer, der den Namen verdient, weil er sein Metier beherrscht), ist hier völlig immun.





Dirk hat geschrieben:
Es sind Unmengen kleiner, aber feiner Nuancen, wie: "mein Kind" (falsch) ..... "unser Kind" (viel besser) - aber das läßt sich eben nicht mal schnell mit ein paar Worten abhandeln.


Natürlich nicht.

Also machen wir ein paar Worte mehr...



Ich halte den Ansatz für falsch, sich eine vermeintlich "richtige" Sprache für den Besuch des Gutachters zurechtlegen zu wollen.

Siehe oben, Selbstreflexion.



Das Gutachten hat einen subjektiven Faktor (der Gutachter ist ein Mensch), und es hat objektive Faktoren.

Nur diese können hier doch interessieren.

Ausbildung und Erfahrung des Gutachters gehören zu den objektiven Faktoren:

ein Gutachter, der den "Familie in Tieren"-Test verwendet, ist objektiv ungeeignet für diesen Job.

Der "Test" ist Blödsinn, man kann den in Selbsterfahrungsseminaren spielerisch verwenden - zu mehr taugt dieser Unfug nicht.



Das kann man also leicht - auch juristisch - wieder kippen.



Positiv gesprochen: der Gutachter wird also



a) die Beziehung zwischen Elternteil und Kind

b) das Verhalten des Kindes

c) das Verhalten des Elternteils

d) den Entwicklungsstand des Kinders



zu erfassen und zu beschreiben haben. Und da gibt es nichts zu "tricksen", man kann auch nichts vortäuschen, was nicht da ist.

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"Juristen sind Leute, die die Gerechtigkeit mit dem Recht betrügen." (Harold Pinter)


 Peter Thiel von Moehrenmolch
Dirk hat geschrieben:
Es sind Unmengen kleiner, aber feiner Nuancen, wie:

"mein Kind" (falsch) ..... "unser Kind" (viel besser) ...


Was die Nuancen betrifft, stimme ich Dir zu.

Dein Beispiel ("mein" vs. "unser") jedoch halte ich für unglücklich gewählt.



Wenn wir einmal überlegen, wie ein Vater sein Kind bezeichnen kann, nämlich als



a) "mein Kind"

b) "ihr Kind"

c) "unser Kind"

d) mit Namensnennung



(um die wichtigstene Fälle zu nehmen), dann kannst Du hier sehen, daß die Verwendung des "richtigen" Personalpronomens sich vor allem aus dem sprachlichen und situativen Kontext ergibt.



Will ich als Vater sagen, daß die Mutter des Kindes sich nicht angemesssen an der (theoretisch gemeinsamen) elterlichen Sorge beteiligt und evtl. sogar den Unterhalt nicht zahlt, dann kann ich doch sagen: "die Mutter kümmert sich nicht um IHR Kind". - Und wenn ich davon berichte, ob ich mit den Lehrern in Gesprächen bin wegen des schulischen Verhaltens, dann spreche ich davon, daß ich MEIN Kind hier unterstütze und begleite.



Reflexion heißt auch, dem Gutachter mitzuteilen, was man ihm sagen will; meinem mußte ich damals erst einmal beibringen, daß er nicht dauernd von "Ihrer Frau" zu reden hat (die Scheidung lag damals zehn Jahre zurück!) und daß ich auch den Ausdruck "Ihre geschiedene Frau" ablehne.

Ich sagte ihm, daß ich den Ausdruck "die Mutter der Kinder" bzw. "die Mutter Ihrer Kinder" vorziehe, da diese Mutterschaft das Einzige sei, was mich (leider) mit dieser Frau verbinde. Alles andere würde die betonung falsch setzen.

Die Beziehung zu jener Frau sei einzig und allein definiert als gemeinsame Elternschaft für zwei Kinder.



Vermutlich hat er das als Audruck tiefster Selbstreflexion genommen und offensichtlich akzeptiert; jedenfalls hat er sich immer brav korrigiert und sich entschuldigt, wenn er den ungewünschten Ausdruck verwendete.

Und er hat sich oft versprochen. ;-D



Das Gutachten fiel übrigens zu meinen "Gunsten" aus. Die Kinder lebten dann bei mir.



Also keinen falschen Respekt, ruhig den Mund aufmachen!

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