Hallo zusammen,
ich stelle mir seit kurzem immer wieder die gleiche Frage und hoffe, dass mir hier jemand antworten kann:
Welchen Sinn hat eigentlich das Jugendamt?
Mein Problem ist folgendes:
Ich lebe seit 2005 von meinem Mann getrennt. Wir haben 3 gemeinsame Kinder (13,11,5). Nach einem halben Jahr schrieb mich das Jugendamt an. Es ging darum, dass meine große Tochter bei ihrem Vater wohnen möchte. Ich war total platt, denn mir hat vorher keiner was gesagt!!!
Ich willigte ein, denn ich dachte mir, dass meine Tochter uns die Hölle auf Erden bereitet, wenn ich nicht zustimme. Soweit sogut. Aller Anfang ist schwer, dachte ich mir, nachdem meine Tochter mir an den Besuchswochenenden erzählte, wie es bei ihr zugeht.
Ich war oft beim Jungedamt und immer wenn ich der Frau von meinen Beobachtungen erzählte, dann spühlte sie meine Aussagen weich und meinte ich solle dem Vater Zeit geben, dass sich alles einspielt. Ok, dachte ich mir und schwieg - zwischendurch hatte ich für 3 Monate gar keinen Kontakt zu meiner Tochter. Anfangs hatte ich der Frau vom Jugendamt gesagt, dass ich das Gefühl habe, dass ich meine Tochter verlieren werde. Die Frau meinte, dass das bestimmt nicht der Fall sein wird und wie ich denn auf diese Meinung komme. Immer musste ich konkrete Beweise für meine Ahnungen vorlegen - konnte ich aber nie, es war halt immer mein Instinkt, der mich aber (leider Gottes) nie getäuscht hat. Wie dem auch sei - ich hatte dann wieder Kontakt zu meiner Tochter, aber bin auch total traurig, weil ich das Gefühl (ja ja - wieder nur Gefühl) habe, dass sie beim Vater verwahrlost!!! Meine mittlere Tochter hat z.B. erzählt, dass sie sich um den Abwasch und um ihre Wäsche selbst kümmern muss. Das hat zur Folge, dass sie an den Wochenenden an, an denen sie bei mir ist, kein Wechselzeug mit hat oder mal ne Zahnbürste oder Deo oder ähnliches. Die Socken von ihr sind Golfsocken (18 Löcher) und auch nach Wochen trägt sie die kaputten Dinger noch. Sie rennt teilweise ne ganze Woche mit den gleichen Klamotten am Leib rum und wenn ich sie frage warum sie das tut meint sie nur: die anderen Sachen sind noch nicht gewaschen. Einmal kam sie am Wochenende mit nassen Klamotten bei mir an, die sie hier auf die Leine hing. Ich fragte sie was das soll und sie meinte: Die Waschmaschine war gestern Abend noch nicht fertig als ich ins Bett ging und heute Morgen habe ich vergessen die Sachen aufzuhängen.
Ich frage mich ernsthaft, warum ihr Vater - der ja die Verantwortung für sie übernommen hat, als sie zu ihm zog - sich nicht darum kümmern kann??? Sicher sollte man Kinder zu Selbständigkeit erziehen, aber wie kann man von einem 13 jährigen Mädchen verlangen sich um ihre Wäsche selbst zu kümmern??? Sie ist am Vormittag in der Schule und am Nachmittag bei einer Tagesmutter und erst am Abend zu Hause, wenn der Papa sie abholt. Wie soll sie das Thema Wäsche auf die Reihe kriegen??? Ich also wieder hin zum Jugendamt und meine Seele entlastet. Das Kommentar der Frau vom Jugendamt haute mich glatt um. Sie fragte mich ganz trocken, wer denn während unserer Ehe die Wäsche und den Haushalt geschmissen hat. Ich meinte: Na ich! Sie meinte dann: Wie können sie dann von ihrem Mann verlangen, dass er alles meistert? Ich schaute sie ungläubig an und meinte dann: Naja nach einem Jahr bin ich schon der Meinung, dass er sich so langsam mal seiner Verantwortung bewusst sein sollte. Er hat es ja noch nicht einmal geschafft die Vorsorgeuntersuchung beim Zahnarzt einzuhalten, obwohl ich ihn darauf hingewiesen habe. Ich frage mich ernsthaft, wofür das Jugendamt gut ist. Ich würde meine Tochter gerne wieder bei mir haben, aber da ich jetzt aus beruflichen Gründen aus Bremen wegziehe, möchte meine Tochter nicht zu mir, was ich auch verstehe, denn sie müsste sich völlig neu umstellen. Irgendwas muss aber passieren, dass sie nicht total verwahrlost. Was kann ich machen??? Denn ich habe den Eindruck, dass ich keine Hilfe vom Jugendamt zu erwarten habe. Wie würden meine Chancen stehen, wenn ich es versuche das Aufenthaltsbestimmungsrecht für sie zu bekommen??? Gegen ihren Willen wird wohl nichts passieren, oder steht dabei doch im Vordergrund was am ehesten dem Kindeswohl entspricht??? Ich denke, es entspricht in keinem Fall dem Kindeswohl, wenn man ein Kind mit soviel Verantwortung belädt.
