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Ich habe so ziemlich die schlimmste Zeit meines Lebens hinter mir und evt. vor mir. Ich versuch mich mal kurz zu fassen.
Ich bin seit 18 Jahren mit meinem Mann zusammen. Er war mein allererster Freund. Vor 6 Jahren heirateten wir und bekamen 2 Wunschkinder, die jetzt 4,5 Jahre und 14 Monate alt sind. Das letzte Jahr war sehr hart für uns alle, aber eigentlich am meisten für mich.
Die Kleine ist seit Geburt sehr oft krank, die Große durch den Kindergarten auch öfter. Im September kauften wir mit wenig finanz. Mitteln unser Traumhäusschen und ich renovierte trotz des kleinen Säuglings, der nachts bis heute nichts vom Schlafen hält, bis oft spät in die Nacht.
Im Dezember zogen wir ein und ich dachte, dass es im neuen Jahr was ruhiger wird. Aber nichts. Es gab KEIN Wochenende, wo nicht einer krank war. Vor allem die ganz kleine traf es sehr hart. Sie hatte mehrere starke Infekte und kam dann Ende März zusammen mit mir wegen einer schlimmen Lungenentzündung in´s Krankenhaus.
Mein Mann und ich hatten alle Jahre eine ziemliche klassische Rollenverteilung. Ich bin noch 2,5 Jahre in Elternzeit und er arbeitet mind. täglich bis 17-18 Uhr. Der Haushalt und die Kindererziehung blieben zu rund 90 % an mir hängen. Alle Arztbesuche, Kinderfreundschaften, Termine, Kurse betreute ich! Vor allem während dieser Krankheitsphase kümmerte er sich lieber "außer Haus" um alle Dinge (wie Einkauf) bevor er sich mit den nöhlenden Kindern hätte rumschlagen müssen. Wenn mir alles zuviel wurde und ich ihn bat, z. B. mal die Kinder ins Bett zu bringen, bekam ich nur nervende Blicke!
Während des stationären Aufenthaltes, wo ich mit aufgenommen wurde, startete ich mein Teilzeit-Berufsleben in der alten Firma. Ich wollte damals nicht schon am 1. Tag krank auf Kind sein und bat meinen Mann, dass er sich die 2 Tage stat. aufnehmen ließ. Er wehrte sich mit Händen und Füßen. Meine große Tochter war zu dem Zeitpunkt auch krank und diese wurde zu Oma abgeschoben, weil er scheinbar absolut kein frei bekam.
Ich war sehr irritiert, da ich den Arbeitgeber ziemlich gut kenne und er für diese Situation sicher Verständnis gehabt hätte, wenn mein Mann Urlaub genommen hätte. Als ich nach knapp über einer Woche total erschöpft aus dem Krankenhaus kam, weil dort nicht an Schlaf zu denken war, stellte ich meinen Mann zur Rede, weil er sich sowieso in letzter Zeit irgendwie "rar" gemacht hat.
Er sagte mir, dass er seit einiger Zeit ein Verhältnis mit einer Kollegin hat und sich trennen möchte. Das ganze war viel zu viel für mich, da für mich meine Ehe eigentlich (halbwegs) in Ordnung war. Ich heulte und funktionierte jetzt wochenlang nur noch für die Kinder. Mein Mann wohnt nach wie vor noch hier, weil er niemand hat, wohin er kann. Er sucht zur Zeit eine bezahlbare Wohnung. Hier ist er kaum noch, meist ist er bei ihr. Diese Frau hat selbst 2 Kinder, die SIE schützt! Sie läßt ihn wohl nicht einziehen. Die Situation ist für mich extrem belastend, zumal die Kleine jetzt auch schon wieder eine Lungenentzündung hatte.
Ich habe mich mit meinem Mann sehr sehr viel gestritten, was die Kinder betraf! Anfangs fing er damit an, dass er mindestens zu 50 % die Kinder haben möchte. Mein 1. Gedanke war da natürlich, dass er nur kein Unterhalt zahlen möchte, weil er gar nicht die Kinder versorgen KANN!!!
Ich bin dann zum Jugendamt und zur Caritas und habe mir Erkundigungen reingeholt, was "kleinkindgerecht" ist. Nach viel hin und her hat mein Mann "erstmal" die Regelung akzeptiert, dass er sie an 2 Nachmittagen in der Woche (meine Arbeitstage) und an 1 Wochenendtag sieht. Mit dieser Regelung kann ich leben. Ich will ihm ja nicht die Kinder verwehren. Nur - er sagt mir immer wieder klar und deutlich, dass er das "erstmal" so akzeptiert. Später will er sie auf jeden Fall vielleicht mal mehr sehen bzw. mindestens 50 % oder vielleicht ganz haben, so wie seine neue Schnalle es mit ihren 8 und 13 Jährigen Kindern macht (50 %). Aber das kommt für mich so absolut nicht in Frage. ICH habe mich die ganzen Jahre um die Kinder gekümmert, ER müsse sie letztendlich fremdbetreuen bzw. durch sie betreuen lassen und ER war nie der Supervater, der sich mal riesig um die Kinder gekümmert hat. Und ER ist es, der mir in einer guten Minute vor kurzem gesagt hat, dass ihm hier alles zuviel wurde. Und meine Angst ist und davor habe ich eine RIIIIEEESENANGST ist sein "Plan B", wie ich ihn immer nenne. Ich habe das Gefühl, dass er zur Zeit weiß, dass er rein rechtlich keinen riesen Anspruch auf die Kinder hat. Aber ich habe das Gefühl, dass er künftig darauf aus ist, mit seiner tollen Super-Schnalle eine super Patchwork-Familie zu gründen. Nein - aber ganz sicher nicht, weil er 4 Kinder toll findet!!!! Sondern vielmehr, weil er wohl darauf spekuliert, dass ICH dann Unterhalt zahle, Ihr Exmann dann Unterhalt zahlt und es denen so richtig gut geht! Und seine neue Schnalle bleibt dann zuhause und versorgt die 4 Kinder. Nur, so würde er es natürlich keinem Richter erzählen! Ich kann den Kindern nicht viel mehr außer unendlich viel Liebe bieten! Ich arbeite nur Teilzeit und habe auch in der Vergangenheit nach dem 3. Geburtstag meiner Tochter meinen Arbeitsvertrag schon auf 22 Stunden gekürzt. Selbst nach der Elternzeit kann und möchte ich eigentlich nicht Vollzeit arbeiten gehen. Mein Mann versucht jetzt mit Hängen und Würgen, dass ER das Haus behält. Er sagt, dass er das für sich alleine haben möchte bzw. wenn die Kinder am Wochenende kommen. Aber was für ein Schwachsinn! Er kann sich das Haus "wenn er Unterhalt zahlt" überhaupt nicht leisten. Das ganze ist -so habe ich den Eindruck- finanziell von den beiden total gut durchdacht! Nur - MEINEN Mann geht es dabei weniger um seine Kinder! Diese liebt er und diese möchte ich ihm auch nicht verwehren, aber ich möchte -so wie ich es alle Jahre war- die Person sein, die den Kindern das künftige Zuhause bietet. Muss ich davor Angst haben? Sollte ich jetzt, wo er eigentlich eine gute Lösung akzeptiert, schonmal einen Anwalt nehmen?? Was meint Ihr? Ich habe so wahnsinnige Angst, dass er mir künftig auch noch meine Kinder wegnimmt und mit dieser Frau großzieht und ICH die zahlende Wochenendmama bin. Momentan akzeptiert er ja meine Lösung! Aber muss ich wirklich berechtigte Angst vor diesem Plan B haben???
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