|
Hallo,
meine Tochter (knapp 8) besucht ihren Vater seit unserer Scheidung im Frühjahr jedes zweite Wochenende und in den Ferien je zur Hälfte.
Mein Ex ist selbständig, arbeitet meist im Ausland und hat in Deutschland nur einen Lagerraum, von dem er ein Zimmer als "Notquartier" abgeteilt hat. Für eine "richtige" Wohnung sei er zu selten zu Hause, und ihm reicht seine derzeitige Bleibe. Es handelt sich um einen Raum von ca. 12 Quadratmetern, in dem sich alles abspielt. Geheizt wird mit einem kleinen Ofen mit Kohlen oder Holz direkt neben der Schlafstätte. Entsprechend verqualmt ist immer die Kleidung, die ich meiner Maus mitgebe. Eine Toilette (Trockenklo) befindet sich eine Treppe höher im Hausflur (entsprechend kalt bei den derzeitigen Temperaturen), eine Duschkabine steht im unbeheizten Lagerraum und wird nur im Ausnahmefall genutzt. Ein richtiges Bett gibt es nicht. Als Schlafgelegenheit existiert nur ein Sofa, oft nächtigt unsere Tochter auch mit dem Vater zusammen in einer Hängematte. Das Essen besteht meist in einer Wiener "auf die Hand". Dazu muß ich sagen, daß unsere Tochter immer schon ein schlechter Esser war und von selbst nie mehr verlangen würde. Außerdem kommt unsere Tochter kaum vor 22, manchmal erst 23 Uhr ins Bett, wenn sie beim Vater ist. Daß sämtliche Gewohnheiten (Eßkultur, Körperpflege etc.) nach längeren Besuchen beim Vater komplett weg sind, ist dabei erst einmal zweitrangig.
All diese Dinge rufen bei mir mehr als Bauchschmerzen hervor, denn obwohl sich der Vater ansonsten gut um unsere Tochter kümmert und sie ihn sehr liebt und das "Camper-Leben" bei ihm auch nicht schlimm findet, bin ich der Meinung, daß das keine Umgebung ist, in denen ein Kind aufwachsen sollte.
Welche Mindestvoraussetzungen müssen gegeben sein (kann ich quasi "verlangen"), wenn ich meine Tochter zu ihrem Vater geben muß? Bitte versteht mich nicht falsch - ich möchte den Umgang nicht einstellen, bin nur daran interessiert, daß meine Tochter auch beim Vater normale Lebensbedingungen vorfindet. Mit ihm kann ich leider nicht reden - er meint, solange sie bei ihm ist, gehe mich das alles nichts an. Unsere Tochter würde es an nichts fehlen, und sie hätte sich auch noch nie beschwert.
Für Ratschläge danke ich euch ganz herzlich!!!
Liebe Grüße
Sally
|