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 Unterhaltspflichtig, nur weil er nicht arbeiten will???? von nrw1978
Hallo,

ich bin im Moment echt verzweifelt.

Mein Mann und ich sind seit 2,5 Jahren verheiratet und seit Februar getrennt.

Wir haben in unserer Ehe Gütertrennung vereinbart, sodass Zugewinn kein Thema sein dürfte.



Während der gesamten Ehe habe ich im öffentlichen Dienst (verbeamtet)gearbeitet.

Mein Mann war immer wieder arbeitslos und wenn er gearbeitet hat, hat er sich nach 4-5 Monaten länger krankschreiben lassen.

Das war ein ewiges Hin und Her.

Jetzt hatte er ab Anfang April Arbeit im Ausland gehabt, die er angeblich auch angetreten hat. Nach 3 Tagen war er aber wieder in Deutschland und seitdem ist er nur noch zuhause, d.h. er arbeitet auch nicht und so wie es aussieht hat er das auch nicht vor.

Jetzt auf einmal kommt, dass er noch nicht weiß ob er Unterhalt verlangen will und ich dazu ja schließlich verpflichtet wäre. Ich hab ihm gesagt, dass er ja arbeiten könnte und das wohl deshalb nicht so einfach ist. Die Antwort war einfach nur, man könnte ja Gutachten erstellen lassen.

Kann er das einfach so machen?

Es kann doch nicht sein, dass er keinen Bock auf Arbeit hat und ich das bezahlen muss!



Achso - er hat noch ein Nebengewerbe. Kann er das denn einfach so weiterlaufen lassen, wenn er sich arbeitsunfähig schreiben lassen würde?

Das kanns doch auch nicht so einfach sein.



Wie hoch wäre denn der Unterhalt, den ich ihm zahlen müsste?

Ich habe ca. 1800 Euro netto.

Bin einfach nur total verzweifelt, vor allem weil er immer noch nach außen hin so tut als wollte er alles im Guten für mich regeln.



Schonmal danke für eure Hilfe.


 Unterhaltspflichtig, nur weil er nicht arbeiten will???? von nrw1978
Achja eine Sache noch.

Er hat mir eine gemeinsame Steuererklärung unterschrieben, die ich aber noch nicht eingereicht habe.

Ich hatte Klasse 3 und er 5 im letzten Jahr.



Heute höre ich, dass er nochmal eine eigene getrennte Erklärung gemacht und abgegeben hat.

Geht das so einfach?

So kriegt er richtig Geld wieder und ich zahle richtig drauf.


 Unterhaltspflichtig, nur weil er nicht arbeiten will???? von Moehrenmolch
nrw1978 hat geschrieben:
Die Antwort war einfach nur, man könnte ja Gutachten erstellen lassen.

Kann er das einfach so machen?


Nein.



Ein "Gefälligkeitsgutachten" fliegt schnell auf.



Du solltest dringend einen Anwalt aufsuchen.

Und laß Dich einfach auf Unterhalt verklagen.

Dann hat er die Arbeit und den Streß.



Mit der Steuererklärung hättest Du vielleicht nicht so lange warten sollen.

Lä0t sich aber noch retten. Geh doch einfach zu Deinem Finanzamt und

leg denen die Karten offen auf den Tisch. Kann mir nicht denken, daß er eine

Steuererklärung ohne Dich abgegeben haben soll...



Gruß von Fred :cool:





P.S. Gewerbe geht selbstverständlich neben Arbeitsunfähigkeit.

Letzteres gilt ja erstmal für eine abhängige Beschäftigung...

_________________
"Juristen sind Leute, die die Gerechtigkeit mit dem Recht betrügen." (Harold Pinter)


 Unterhaltspflichtig, nur weil er nicht arbeiten will???? von nrw1978
Das Problem ist, dass er tatsächlich schonmal in einer Klinik war wegen psychischer Probleme. Und zwar im letzten Jahr.

Ich weiß aber, dass er arbeiten kann wenn er will - er will eben einfach nur nicht weil es ja bequemer ist sich aushalten zu lassen anstatt arbeiten zu gehen.



Aber das ein Nebengewerbe, bei dem er die gleichen Arbeiten ausführt wie bei einer "abhängigen" Arbeit trotzdem weiterlaufen darf finde ich schon ziemlich heftig. Aber so ist leider vermutlich unsere Rechtsprechung.





Einen Anwalt hab ich schon genommen und lasse das auch über den laufen.

Er hat sich daraufhin auch einen eigenen genommen mit der Begründung er mag meinen nicht und außerdem kriegt er ja Prozesskostenhilfe, die ich zahlen darf, weil ich genug verdiene!

So langsam krieg ich ne echte Wut :(



Trotzdem erstmal danke für die Antwort


 Unterhaltspflichtig, nur weil er nicht arbeiten will???? von Moehrenmolch
nrw1978 hat geschrieben:
Einen Anwalt hab ich schon genommen und lasse das auch über den laufen.

Er hat sich daraufhin auch einen eigenen genommen mit der Begründung er

mag meinen nicht und außerdem kriegt er ja Prozesskostenhilfe, die ich

zahlen darf, weil ich genug verdiene!


Bei einer Scheidung kann jeder seinen eigenen Anwalt nehmen.

Das ist normal. Nur wenn es gut läuft, kann man einen gemeinsam nehmen.

Das ist die Ausnahme.



Wenn er PKH bekommt, zahlst NICHT Du seinen Anwalt, sondern der Staat.

Also wir alle. - Leg die 1.500 Euro mal auf 80 Millionen Bundesbürger um.



Es gibt Schlimmeres ;)



:cool: Gruß von Fred

_________________
"Juristen sind Leute, die die Gerechtigkeit mit dem Recht betrügen." (Harold Pinter)


 Unterhaltspflichtig, nur weil er nicht arbeiten will???? von biggibob
Hallo,

zu dem Thema kann ich mittlerweile ein Lied singen.

Es ist leider nicht wirlich so einfach wie es klingt.

Mein Tip suche Dir den besten Anwalt den es gibt!!!

Ich habe die selbe Erfahrung gemacht und musste leider feststellen, dass er zum Einen den besseren Anwalt und auch den Richter auf seiner Seite hat.



Also es gibt ja zum Einem den Trennungs- und dann den nach ehelichen Unterhalt.

Die trennungsphase ist priviligiert. Es gibt leider auch keine zeitl. Begrenzung (wobei dies immer mein Anwalt behauptet hat). Anspurch hat die bedürftigte / benachteiligte Person. Und zwar nach der 3/7 Regelung.

Eigentlich muss aber der jenige mit Anspruch nachweisen, dass er sich "rglich" um eine Arbeitsstelle bemüht. Dies bedeutet eigentlich, dass er 8 Stunden am Tag mit "Bewerben" verbringen muss. Tut er das nicht hat er eigentlich keinen Anspruch. Es gibt aber leider auch die Möglichkeit Ihm (wenn er nichts nachweist) ein fiktives Gehalt anzurechnen, welches seinem ausbildungsgrad/ Berufserfahrung entspricht. Liegt dies unter Deinem kann es passieren, dass Du zahlen musst.

Nach der Ehe ist das leider Ähnlich wenn man von dem fiktiven Gehalt ausgeht. Wobei der Unterhalt geringer und zeitlich begrenzt sein kann.

Ich empfinde dies und erlebe dies auch leider schon lange als sehr ungerecht und auch mich macht es wahnsinnig sauer.

Gottseidank soll es ja genau zu diesem Punkt einen neuen Gesetzesentwurf geben (war eigentlich schon seit 04.07 angedacht und ist jetzt auf 07.07 verschoben) Spreche darauf mal Deinen Anwalt an!!!

Pass auf jeden Fall wahsinnig auf und sammele alles was "gegen" Ihn finden kannst. Gott sei Dank ist Eure Ehe noch nicht wirklich lange gewesen, daher denke ich es wird alles einfacher und zu Deinem Gunsten entschieden.

Bezüglich der Prozesskostenhilfe habe ich leider auch negative Erfahrung gemacht. Ich muss seine Kosten tragen, weil ich ja ach so leistungsfähig bin. Naja ich glaube ich hatte einfach Pech.

Ich warte jetzt ja auch schon seit 2 1/2 Jahren auf die Scheidung und bin der Goldesel schlechthin.

Sorry ich wollte DIch nicht entmutigen, ich will Dich nur sensibilsieren"

Das Gesetzt kann in so viele Richtungen ausgelegt werden und ist bei weitem nicht gerecht!

Suche Dir einen "schweinigen" Anwalt der schon lange im Familienrecht tätig und vorallem bei Gericht bekannt ist.

Dies ist wirklich super wichtig.

Ich wünsche Dir viel Glück

Alles Liebe biggibob

_________________
biggibob


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