Hallo Hörnchen,
ich glaube, wir beide argumentieren immer diametral unterschiedlich.
Ich versuche, die rein finanziellen Aspekte zu lösen, Du versuchst
immer, die emotionale Seite zu lösen. Das sind zwei Seiten einer
unterschiedlichen Medaille. Insofern nichts für ungut

.
Ansonsten wurde von anderen geschrieben:
>Irgendwie kapier ich das nicht richtig.Wenn ich jetzt die Wohnung für >zum Beispiel 110000 verkaufe und 100000 übrig bleiben würden 35000 >Euro Schulden übrig bleiben, 17500 ich und 17500 meine Frau.
richtig. Das wäre die korrekte Abfolge, sofern kein Anfangsvermögen
für die Ehe vorhanden wäre. Wenn Du mich fragst, ob so ein Vorgehen
wirtschaftlich sinnvoll ist, dann ist meine Antwort: das ist wirtschaftlicher
Selbstmord. Man kauft keine ETW mit einer 100%-Finanzierung und
überschuldet sich noch zusätzlich - außer: die Wohnung ist z.B. in
München oder New York oder Hamburg oder sonst einem Ballungs-
gebiet mit einer Wertsteigerung von 5-10% pro Jahr.
>Wenn wir jetzt alles bis zur Scheidung weiter laufen lassen und man
>dann sagen würde ich bekomm die Wohnung und übernehme die
>Schulden dann hätte ich eine Wohnung im Wert von 110000 und Rest >Schulden von 125000 also quasi -15000.
Du ignorierst bei Deiner Milchmädchenrechnung diverse Posten.
Z.B. Notarkosten, Wertverluste (wenn Wohnung nicht im Wert
steigt, sondern sinkt, wie das in vielen v.a. ländlichen Gebieten
der Fall ist), Einkommenssteuer (da darfst Du dann nach Klasse I
einen etwaigen Gewinn versteuren, während Verlust nicht ohne
weiteres absetzbar sind) usw....
Dir hilft nur eine rein wirtschaftlich orientierte Betrachtung. Derzeit
vermengst Du Emotionen (offenbar hängst Du sehr an der ETW)
mit Pseudo-Wirtschaftsargumenten. Die ETW ist massivst über-
schuldet und überliehen (im Sinne von Hypotheken). Das würgt Dich
schlicht ab. Mein Rat: raus aus diesem irrealen Deal und zwar so
schnell wie möglich, denn sonst bist Du ruck-zuck in der Privat-
insolvenz und Deine Ex samt Kind gleich mit, denn wenn ihr beide
die Hypothek verantwortet, haftet jeweils jeder zu 100% gegenüber
der Bank, wenn der andere ausfällt.
>Das Problem was ich sehe ist ob es möglich ist die Wohnung zu
>finanzieren.
Mal ehrlich: hast Du schon jemals in Deinem Leben einen jemals
einen Taschenrechner verwendet? Ich bin seit 20 Jahren selbständig
und tue das täglich. Eine 130%-Finanzierung hast Du angerichtet.
Das bringt's nur, wenn Deine ETW pro Jahr 10-20% Wertsteigerung
schafft. Hat sie das? Nein..... offensichtlich nicht. Also verlierst Du
massivst Geld und die Bank lacht und das Finanzamt auch. DU ZAHLST
DIE ZECHE, ergo denk nach, was Du da gerade tust. Du bist als Mann
i.d.R. der Einzige, der so was in der Familie tut. Mein Rat: stosse das
Teil ab, sofern es sich halbwegs lohnt. Sprich das vorher mit Deinen
Eltern ab, damit die Schulden nicht eskalieren. In meinen Augen
kommst Du normal aus der Sache schon lange nicht mehr raus.
Da bleibt nur noch der Weg "weg mit Schaden" im Sinne von "Schaden
so klein wie möglich halten".
>Ich hätte ja nur einen Selbstbehalt von 1000 Euro und die Kosten der >Wohnung inklusive Tilgung kosten mich ca 750 Euro. Fast 100 Euro
>würde ich ja noch bekommen als Eigenheimzulage so das sich die >monatlichen Kosten auf 650 Euro belaufen würden.Das heisst ich müsste >von 350 Euro im Monat leben.
tja, dass hatte ich mir auch schon gedacht. Und jeder Mensch mit einem
IQ von mehr als 20 Einheiten weiß, dass diese Rechnung mit der Realität
schon lange nichts mehr zu tun hat. Das Haus muss sofort weg und je
eher, desto besser. Die Restschulden würden schon einen erheblichen
Teil deines Selbstbehaltes schlucken. Nach der Privatinsolvenz bleibt
Dir wenigstens die Pfändungsfreigrenze und die dürfte in etwa deinem
Selbstbehalt entsprechen. Deswegen meine ich auch, rede mit den
Eltern. Je nach Vertragsgestaltung haften diese ja ggf. noch für Deinen
Investitionswahnsinn. Wenn sie es nicht tun, würde ich in Deinem
Fall mir endlich mal eingestehen, dass diese Investition Wahnsinn
war und sie beenden. Dann tauchst Du 7 Jahre in die Insolvenz ab,
zahlst Deinen Ehegatten/Kindesunterhalt und danach kannst Du neu
anfangen.
>Man kann davon ausgehen das keiner versucht den anderen über den >Tisch zu ziehen es geht einfach nur darum möglich billig aus der Sache >herauszukommen.
Du merkst, ich bin ein Mann der offenen Worte. Nimm's mir als
Geschlechtsgenosse nicht allzu über, aber Du träumst massiv. Deine
Vorstellungen in Finanzdingen haben mit der Realität absolut nichts
mehr zu tun. Kein Wunder, dass Du in diese Lage hineingerutscht
bist. Du hast Dich selbst und vor allem Deinen Taschenrechner
belogen. Das rächt sich jetzt. Wenn Deine Ex genauso denkt, dann
werdet ihr beide in Hartz IV enden plus Privatinsolvenz. Ihr braucht
dringend einen Insolvenzberater, sonst geht ihr beide baden, während
die jeweiligen Anwälte sich noch schnell die Kohle aus dem Fall heraus-
schneiden.
Ächz..... Starship