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Hallo,
sorry, ich habe erst jetzt (Dezember) Dein Posting gelesen. Ich finde
es aber wichtig, darauf zu antworten, weil es relevant ist und bis dato
wohl noch nicht beantwortet wurde.
>wer kann man bei meiner Frage bezüglich der Vermögenaufteilung vor >Einrechung des Scheidungsantrags weiterhelfen? Wie genau wird das >aufzuteilende Vermögen berechnet?
Grundsätzlich gilt der Ausgleich zwischen Anfangsvermögen (was hat
wer in welcher Höhe zu Ehebeginn besessen) und Endvermögen (was
ist davon noch übrig bzw. wieviel ist bei Zustellung des Scheidungs-
antrags noch exakt vorhanden).
>Wie ist es zB. mit dem Verkaufserlös des Eigenheims, wenn das Geld >aufgteeilt wurde und der Expartner seinen Teil ausgegeben hat, wird >dann mein Anteil mitveranlagt?
Machen wir ein Beispiel: Das Haus wurde noch vor Zustellung des
Scheidungsantrags (also noch im laufenden Zeitraum des Zugewinns)
verkauft. Es wurden 100.000 Euro erzielt und fair hälftig aufgeteilt.
Restschulden bestehen keine mehr. Beide hatten vor der Ehe keinen
Cent, alles Vermögen wurde während der Ehe erwirtschaftet.
Er ballert seine 50.000 Euronen beim US-Crash, weil er Lehmann-
Brothers so toll fand. Du legst sie brav und vorsichtig auf die
Sparkasse und kassierst 3% pro Jahr. Zum Zeitpunkt des Endes
des Zugewinnzeitraums (=Zustellung der Scheidungsantrags durch
das Gericht) hat er keine Kohle mehr, Du aber 55.000 Euro.
Tja, die Antwort wird Dir nicht gefallen, aber das Endvermögen ist
derzeit 55.000 Euro und solange kein Anfangsvermögen vorhanden
ist, geht genau diese Kohle exakt durch zwei und er kriegt von Dir
27.500 Euronen.
Grund: es ist eben nun mal während der Ehe angefallenes Vermögen
und das ist alles Zugewinn. Väterchen Staat ist es pipehagen, ob ein
Ehegatte ein finanzieller Versager ist und der andere rechnen kann.
Haften tun beide voll, sofern keine Gütertrennung besteht. Wenn er
will, kann er die Kohle geltend machen und Du wirst zahlen müssen.
Erwarte nicht, dass ich diese Rechtslage gut finde, denn ich bin durch
jene ebenfalls massiv benachteiligt worden. Aber es ist so, wie es
ist.
MfG, Starhip
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