Hallo Adele,
die Situation ist für alle schwierig. Ich denke nicht unbedingt, dass ein Kinderpsychologe oder eine Erzieherin da Lösungen aus dem Hut zaubern können.
Der Kleine muss jetzt lernen, sich an unterschiedliche Situationen anzupassen - und gleichzeitig muss er das Gefühl bekommen, sich wohlfühlen zu dürfen OHNE dass andere darunter leiden.
Sozialkompetenz ist niemals jedem in die Wiege gelegt, sondern wird erlernt.
Setzt euch mit der Mutter des Kindes zusammen und erarbeitet gemeinsam ein verlässliches Regelwerk für den Kleinen, dass dann aber auch für DEINE Kinder gilt.
Und mach deinem Partner klar, dass er nicht dann den Schwanz einziehen und wegrennen darf, wenn es schwierig wird.
Von wem, wenn nicht von seinem Vater, soll der Junge denn ansonsten Sozialkompetenz erlernen?
Der Kleine testet grad aus, ob ihn sein Papa immer noch liebhat und akzeptiert.
Das ist hart, aber da muss dein Partner durch.
Und was soll das.... Papa will sich dem stundenlangen Gebrüll vorm Einschlafen nicht aussetzen?
Das IST nun mal (manchmal) so - insbesondere wenn sich ein Kind an ungewohnte Umgebungen und Zimmerpartner gewöhnen muss.
Oft hilft hier ein "Ritual". Gutenachtgeschichte, gemeinsames Gespräch, Licht aus.
Und als Belohnung vielleicht für die Jungs Taschenlampen, mit denen sich noch
herrlich "Fangen" spielen lässt...
Und dem Jungen die Chance geben, aus seiner Trotznummer wieder rauszukommen.
Bei meinen Kindern hat folgendes geholfen:
Kind zickt rum, wird unerträglich....
Ich....: Boah geh mal kurz vor die Tür. Warum? Wirst schon sehen....
Kind geht gespannt raus, klingelt.
Ich mache die Tür auf, freue mich total dass meine Maus wieder da ist.
"Vorhin - stell dir vor - war ne ganz Komische da. Sah aus wie du, war aber total komisch drauf....Gut, dass du jetzt wieder da bist!"
Bei uns hat das IMMER geklappt. Die sind ja nicht blöd und WISSEN, dass wir WISSEN, dass SIE das waren....aber lassen sich ganz interessiert erzählen, was "die Komische" denn alles so veranstaltet hat und finden "die Komische" echt voll daneben.

)
Oder: Waldspaziergang ist angesagt. Kind trotzt rum und will keine Schuhe.
Okay. EINMAL auf SOCKEN durch den Wald latschen wirkt Wunder....
oder im Schlafanzug in den Kindergarten bringen, wenn das Kind sich weigert, sich anzuziehen.
(wobei ich dann in einer Tüte Schuhe, Jeans und Shirt heimlich eingepackt hatte und
das Kind dann im Auto heilfroh war, sich noch schnell aziehen zu DÜRFEN)